Deutschland, Deutschland, Deutschland, mein Kleines. Wann wirst du es lernen? Das was die anderen Kinners tun, musst du nicht immer nachmachen.
Dieses Großbritannien, zum Beispiel. Du rennst ihm immer hinterher. Er liberalisiert seinen Finanzmarkt; das machst du auch. Er führt Studiengebühren ein; da musst du ihm folgen. Er privatisiert seine Kerninfrastruktur; du auch verkaufst dein Tafelsilber.
Dabei hat er nicht immer recht, dein Kumpel Großbritannien. Aber das lernst du irgendwie nie. Guck mal, was er mit einem liberalisierten Finanzmarkt im Schulhof angestellt hat. Und du wolltest mir doch vor paar Jahren erzählen, ich wäre zu alt, um es zu verstehen. Würde es doch super Spaß machen, mit seinem Taschengeld zu spielen. Und Großbritannien würde es eh super gut gehen. Keine Sorgen!
Und hatte ich dir auch nicht gesagt, wie wichtig das mit der Bahn ist? Man musst sie pflegen, sonst wird man krank. Aber du hast mir geantwortet: "Wenn Großbritannien sich um seine Bahn nicht kümmern muss, will ich es auch nicht müssen."
Jetzt guck mal, wie es Großbritannien geht: Die Bahn von London nach Edinburgh wird nicht mehr betrieben von demjenigen, der das übernommen hatte. Da muss Großbritannien mit seinem Taschengeld einspringen. Dabei kriegt er kein Taschengeld mehr, seitdem er das alles verzockt hat mit seinem Finanzmarktspielen auf dem Schulhof.
Deutschland, mein Kleines, mein Liebstes. Du hast immer so gute Bahnnoten gehabt. Kümmere dich weiter darum und lass dir nichts von den anderen Kindern vormachen von wegen, deine Bahn wäre nicht wichtig und du müsstest da nichts machen.
Wednesday, 1 July 2009
Tuesday, 23 June 2009
Lost in der Schweiz
"Das wirst du sehen, Brian: Die Schweiz ist Deutschland Grad 10."
Ich hatte gerade beim Ankommen am Zürcher Hauptbahnhof die Sauberkeit kommentiert. Dann sehe ich, wie die eine "S5" abfährt: Zürich, nicht einmal eine Millionenstadt und die hat schon 5, möglicherweise mehr, S-Bahnlinien.
"Ja. Wo es in Deutschland eine S-Bahn-Linie gibt, gibt es in der Schweiz zehn", sagt der Gastgeber.
Deutschland Grad 10, halt. Der Brite findet schon die Bundesrepublik sauber, pünktlich und verkehrstechnisch fortgeschritten; dann steht er im Zürcher Hauptbahnhof und fällt fast um.
An Deutschland findet der Brite übrigens auch die niedrige Kriminalität super. So nach dem Motto: Hier kann man noch einen Regenschirm liegen lassen und der ist zehn Minuten später noch da. Nun sagen das auch viele Deutsche von England - man hat ja Tendenz, solche glückliche Erfahrungen - gerade in einem Land, das man gut findet - überzubewerten.
Doch ist es wirklich laut amtlichen Statistiken so, dass Deutschland ein sichereres Land ist. Und im tagtäglichen Leben, ohne offiziellen Zahlen, merkt man es an diesen Vertrauenskisten in den deutschen Büros. Wer kennt sie nicht, die Holzkisten mit Schokolade und Kaugummi prall gefüllt? Die stehen in Teeküchen landesweit und werden so langsam geleert - gegen Entgelt, natürlich. Irgendwann mal steht eine neue Kiste da und die deutschen Büroangestellten werfen weiterhin Geld rein, auch wenn keiner zuguckt. Vorbildlich.
Würde man das in England versuchen, würde es gar nicht gehen. Ich bin mir da schon immer ziemlich sicher gewesen.
Doch was wohl auch in Deutschland nicht gehen würde - was wohl nur in der Schweiz funktionieren könnte - ist so eine Kiste auf der Straße!
Ich hatte gerade beim Ankommen am Zürcher Hauptbahnhof die Sauberkeit kommentiert. Dann sehe ich, wie die eine "S5" abfährt: Zürich, nicht einmal eine Millionenstadt und die hat schon 5, möglicherweise mehr, S-Bahnlinien.
"Ja. Wo es in Deutschland eine S-Bahn-Linie gibt, gibt es in der Schweiz zehn", sagt der Gastgeber.
Deutschland Grad 10, halt. Der Brite findet schon die Bundesrepublik sauber, pünktlich und verkehrstechnisch fortgeschritten; dann steht er im Zürcher Hauptbahnhof und fällt fast um.
An Deutschland findet der Brite übrigens auch die niedrige Kriminalität super. So nach dem Motto: Hier kann man noch einen Regenschirm liegen lassen und der ist zehn Minuten später noch da. Nun sagen das auch viele Deutsche von England - man hat ja Tendenz, solche glückliche Erfahrungen - gerade in einem Land, das man gut findet - überzubewerten.
Doch ist es wirklich laut amtlichen Statistiken so, dass Deutschland ein sichereres Land ist. Und im tagtäglichen Leben, ohne offiziellen Zahlen, merkt man es an diesen Vertrauenskisten in den deutschen Büros. Wer kennt sie nicht, die Holzkisten mit Schokolade und Kaugummi prall gefüllt? Die stehen in Teeküchen landesweit und werden so langsam geleert - gegen Entgelt, natürlich. Irgendwann mal steht eine neue Kiste da und die deutschen Büroangestellten werfen weiterhin Geld rein, auch wenn keiner zuguckt. Vorbildlich.
Würde man das in England versuchen, würde es gar nicht gehen. Ich bin mir da schon immer ziemlich sicher gewesen.
Doch was wohl auch in Deutschland nicht gehen würde - was wohl nur in der Schweiz funktionieren könnte - ist so eine Kiste auf der Straße!
Tuesday, 9 June 2009
Opel & Arcandor - ein desinteressierter Blick
Um es gleich vor weg zu sagen: Ich kenne keinen Mensch, der bei Opel oder Arcandor arbeitet oder dessen Arbeitsstelle von diesen Konzernen vorwiegend abhängig ist. In dem Fall würde ich die Dinge wohl anders sehen. Ditto wenn ich in Deutschland aufgewachsen wäre und diese große Namen Opel und Karstadt für mich zum Leben einfach dazugehören würden.
Denn von außen betrachtet ist einleuchtend, dass das, was wir hier mit dem Gerangel um Opel und nun Arcandor erleben, nichts außer reiner rückwärtsgewandten Flickschusterei darstellt.
Aber das will keiner hierzulande wahrhaben. Und die grundlegendsten Tatsachen in der Debatte werden eben nur selten bzw. gar nicht aufgeführt. Und die sind nun mal folgende:
1. Autos, wie wir die kennen - und wie sie Opel weiterhin bauen will -sind a) schlichtweg alte Technologie die b) seit Jahren im Übermaß produziert werden und die c) auch noch höchst umweltschädlich sind;
2. Arcandor als Konzern hat, wie Opel, auf Überholtes gesetzt: Urlaub wird nicht mehr über Thomas Cook oder sonstige Agenturen gebucht, denn wer einen Rechner mit Internet zu Haus hat, kann's besser selber; noch ein Opfer des Internets ist das Kaufhaus.
3. Als ob diese fehlende Einsicht und diese Verweigerung, sich mal zu überlegen, wie die Zukunft aussehen wird, kann und soll, nicht schlimm genug wären, haben Opel und Arcandor auch noch dazu Management-Fehler begangen. Deswegen stehen andere Untenehmen, die ebenfalls mit veralteten Technologien und Konzepten unterwegs sind, noch besser da. Noch.
4. Die Hauptargumentation, Arbeitsplätze werden durch die Rettung von Konzernen wie Opel und Karstadt gerettet, und dass das für die Volkswirtschaft weniger teuer ist als eine Pleite und 100.000 Arbeitslose, ist irreführend.
Klar, es werden jetzt auf kurze Sicht Jobs gerettet. Doch in zehn Jahren geht Opel eh pleite. Entweder gibt es bis dahin schon ein verkaufbares Elektro-Kraftfahrzeug, das bald zum weltweiten Schlager wird, oder wir in den Westen können uns keine Autos mehr leisten. Oder keinen Sprit. Egal: Läuft aufs selbe hinaus.
Bei Arcandor wäre das auch so eine Aktion. Jobs erstmal gerettet. Doch irgendwann mal alle arbeitslos weil dat Ding doch nicht weiterläuft und irgendwelche Milliardär aus Dubai das Geschäft aufkauft und "abwickelt".
Um das noch mal klarzustellen: Ich begrüße es nicht, dass Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren. Ich habe zwar einen guten Hochschulabschluss, aber mir fehlt es nicht an Solidarität mit Arbeitern und Handwerkern. Es ist genau aus dieser Solidarität, dass ich mir folgendes wünsche:
1. Einen Abbau der Überkapazitäten in der Autoindustrie sowie ein Umkrempeln von Einzelhandelkonzepten, die offensichtlich nicht zukunftsträchtig sind,
begleitet von:
2. Eine sofortige und massive Investition in Umbildung von den dadurch arbeitslos gewordenen Menschen, damit sie in zukunftsträchtigen, umweltfreundlichen Branchen tätig werden können - Ingenieure, Manager, Fließbandtechniker, Verkäuferinnen: alle werden in Branchen wie Solartechnik oder Windkraft zunehmend gefragt werden. Umso mehr, wenn auch in den Branchen kräftig investiert werden.
Das hört sich alles sehr teuer an. Aber es wird in zehn Jahren nur noch teurer kommen. Und womöglich ist uns bis dahin das Geld sowieso ausgegangen.
Es ist für den Mensch oftmals schwierig, sich von herkömmlichen Gegenständen und Angewohntheiten zu trennen. Doch nur indem er das wagt, kommt er weiter. Vor allem dann, wenn diese Gegenstände und Angewohntheiten ihm nichts mehr bringen.
Denn von außen betrachtet ist einleuchtend, dass das, was wir hier mit dem Gerangel um Opel und nun Arcandor erleben, nichts außer reiner rückwärtsgewandten Flickschusterei darstellt.
Aber das will keiner hierzulande wahrhaben. Und die grundlegendsten Tatsachen in der Debatte werden eben nur selten bzw. gar nicht aufgeführt. Und die sind nun mal folgende:
1. Autos, wie wir die kennen - und wie sie Opel weiterhin bauen will -sind a) schlichtweg alte Technologie die b) seit Jahren im Übermaß produziert werden und die c) auch noch höchst umweltschädlich sind;
2. Arcandor als Konzern hat, wie Opel, auf Überholtes gesetzt: Urlaub wird nicht mehr über Thomas Cook oder sonstige Agenturen gebucht, denn wer einen Rechner mit Internet zu Haus hat, kann's besser selber; noch ein Opfer des Internets ist das Kaufhaus.
3. Als ob diese fehlende Einsicht und diese Verweigerung, sich mal zu überlegen, wie die Zukunft aussehen wird, kann und soll, nicht schlimm genug wären, haben Opel und Arcandor auch noch dazu Management-Fehler begangen. Deswegen stehen andere Untenehmen, die ebenfalls mit veralteten Technologien und Konzepten unterwegs sind, noch besser da. Noch.
4. Die Hauptargumentation, Arbeitsplätze werden durch die Rettung von Konzernen wie Opel und Karstadt gerettet, und dass das für die Volkswirtschaft weniger teuer ist als eine Pleite und 100.000 Arbeitslose, ist irreführend.
Klar, es werden jetzt auf kurze Sicht Jobs gerettet. Doch in zehn Jahren geht Opel eh pleite. Entweder gibt es bis dahin schon ein verkaufbares Elektro-Kraftfahrzeug, das bald zum weltweiten Schlager wird, oder wir in den Westen können uns keine Autos mehr leisten. Oder keinen Sprit. Egal: Läuft aufs selbe hinaus.
Bei Arcandor wäre das auch so eine Aktion. Jobs erstmal gerettet. Doch irgendwann mal alle arbeitslos weil dat Ding doch nicht weiterläuft und irgendwelche Milliardär aus Dubai das Geschäft aufkauft und "abwickelt".
Um das noch mal klarzustellen: Ich begrüße es nicht, dass Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren. Ich habe zwar einen guten Hochschulabschluss, aber mir fehlt es nicht an Solidarität mit Arbeitern und Handwerkern. Es ist genau aus dieser Solidarität, dass ich mir folgendes wünsche:
1. Einen Abbau der Überkapazitäten in der Autoindustrie sowie ein Umkrempeln von Einzelhandelkonzepten, die offensichtlich nicht zukunftsträchtig sind,
begleitet von:
2. Eine sofortige und massive Investition in Umbildung von den dadurch arbeitslos gewordenen Menschen, damit sie in zukunftsträchtigen, umweltfreundlichen Branchen tätig werden können - Ingenieure, Manager, Fließbandtechniker, Verkäuferinnen: alle werden in Branchen wie Solartechnik oder Windkraft zunehmend gefragt werden. Umso mehr, wenn auch in den Branchen kräftig investiert werden.
Das hört sich alles sehr teuer an. Aber es wird in zehn Jahren nur noch teurer kommen. Und womöglich ist uns bis dahin das Geld sowieso ausgegangen.
Es ist für den Mensch oftmals schwierig, sich von herkömmlichen Gegenständen und Angewohntheiten zu trennen. Doch nur indem er das wagt, kommt er weiter. Vor allem dann, wenn diese Gegenstände und Angewohntheiten ihm nichts mehr bringen.
Friday, 5 June 2009
Anglizismen kommen vor die Flinte. Aber buchstäblich!
Wurde heute auf:
www.babyshooting.de
aufmerksam gemacht.
Das ist noch so ein Fall, wo der Englisch-Muttersprachler nur staunen kann - wir reden von der Liga, in der sich der "Bodybag" (Leichensack) von Lidl, Lese 2006, befindet.
Denn im Englischen gibt "Babyshooting" so etwas wie "Amoklauf auf Kleinkinder". Und dabei könne man sich sogar mit der "Babyshooting card MAXI" gut 90 EUR sparen.
Hört bitte auf.
www.babyshooting.de
aufmerksam gemacht.
Das ist noch so ein Fall, wo der Englisch-Muttersprachler nur staunen kann - wir reden von der Liga, in der sich der "Bodybag" (Leichensack) von Lidl, Lese 2006, befindet.
Denn im Englischen gibt "Babyshooting" so etwas wie "Amoklauf auf Kleinkinder". Und dabei könne man sich sogar mit der "Babyshooting card MAXI" gut 90 EUR sparen.
Hört bitte auf.
Thursday, 4 June 2009
Bitte im Sitzen pinkeln!

Ich wohne ja sehr gerne in Deutschland. Darum bin ich hier und schreibe dieses Blog.
Doch gibt es (ganz wenig) Momente, wo ich mich in England zurücksehne: Immer dann, zum Beispiel, wenn ich hierzulande einen schlecht gemischten Gintonic bekomme; oder dann, wenn ich höre, wie zwei Engländer sich auf schön schnuckeligen Londoner Dialekt unterhalten.
Oder dann, wenn ich darum gebeten werde, im Sitzen zu pinkeln. Das Thema gibt es auf der Insel schlichtweg nicht: Männer stehen über das Klobecken und pissen los. Gelegentlich machen sie nachher sauber. Fertig. Keine Gerede. Kein Rumdiskutieren. Kein "Ihr Männer seid ja sowieso alle Säue".
Hier sei das Im-Stehen-Pinkel aber "unhygienisch" - was natürlich die Frage hervorruft, ob englische Frauen dann öfter Blasenentzündungen haben als deutsche? Wenn ja, dann müsste ich in der Tat ein Fehlverhalten meinerseits einräumen und mich der deutschen Verhaltensweise im WC anpassen. Habe ich doch schon in einigen Anliegen gemacht, wo die Deutschen das offenbar besser machen: In Puncto Recycling, zum Beispiel; oder an der Ampel.
Aber blindes Vertrauen zolle ich keinem, auch nicht dem Deutschen, und habe also im entscheidenden Punkt in dieser Klo-Debatte eigenständig nachrecherchiert.
Tuesday, 26 May 2009
for Mens
Bei der Recherche zum Thema Brustbehaarung: Warum sich die deutschen Männer die Brust rasieren bin ich auf folgendes Denglisch-Prachtstück gestoßen: Kosmetik for Mens.
Ihr glaubt mir's nicht? Einfach mal bei der Website des fraglichen Kosmetik-Studios nachgucken - unten Links auf den Kacheln.
Mehr von mir zum Thema befindet sich übrigens auf dem Video-Blog.
Ihr glaubt mir's nicht? Einfach mal bei der Website des fraglichen Kosmetik-Studios nachgucken - unten Links auf den Kacheln.
Mehr von mir zum Thema befindet sich übrigens auf dem Video-Blog.
Friday, 22 May 2009
"Ich besitze ein sehr, sehr großes Haus."
Online-Medien wie Guardian.co.uk sowie Telefonaten und E-Mails mit Freunden und Familie zufolge steckt mein Geburtsland in einer tiefen politischen Krise. Auch in den deutschen Medien sind die horrenden Spesenrechnungen der britischen Abgeordneten Thema: Denn der Ausmaß des Skandals im ruhmreichen, weltweit ältesten Parlament ist gewaltig.
Also brauche ich hier nicht sehr viel zu berichten: Der Kern der Sache sind die Zweitwohnungen, für die die Abgeordneten im britischen Unterhaus dubiose Spesenrechnungen eingereicht haben. Das System Zweitwohnung wurde aufgestellt, damit diejenigen "honorable members of Parlament", denen es nicht zumutbar waren, dass sie nach London immer pendeln, in der Hauptstadt hausen konnten.
Nun haben einige für sich den geilen Trick entdeckt, die Wohnungen zu "flippen" - sprich: Die Zweitwohnung in London zur Hauptwohnung zu machen und die Häuser in ihren Wahlkreisen dann als Zweitwohnung zu bezeichnen. Was den Vorteil hat, dass man schön sein Eigenheim sanieren, neu dekorieren oder einfach feinschleifen lassen darf auf Kosten des Steuerzahlers.
Und hier wird es im Detail recht lustig. Die Briten sind bekanntermaßen ein Volk, dass gerne in Immobilien investiert und dem 'das Haus ein Schloss' ist. An Englishman's home is his castle, eben. Nanu, es gibt ja Abgeordneten bei den Conservatives, für die der Spruch noch treffender ist als für den Normalbürger. Bei Douglas Hogg in der Grafschaft Lincolnshire beispielsweise trifft es 100%-ig zu: Der hat nämlich eine Spesenrechnung eingereicht über gut £2.000 für das Schlämmen vom Burggraben auf seinem Landbesitz mit Herrenhaus.
Noch so ein adliger Heimwerker, der es nicht lassen kann, ist der verehrenswerte Sir Peter Viggers: Nach schon stolzen £32.000 in drei Jahren für Gartenarbeit hat er einen drauf gesetzt - und damit den Gipfel des Wahnsinns erreicht. Für £1.645 hat er sich nämlich ein Entenhäuschen für seinen Teich maßfertigen lassen, damit die geflügelten Freunde sich vor Füchsen in modischer Umgebung schützen können. Schick, das Teil. So eins würde ich mir wünschen. Aber einen Teich brauchte ich erstmal.
Tja, ich bin ja wohl nur "neidisch". Das würde der ehrwürdige Sir Antony Steen behaupten: Denn er ließ gestern im Radio folgenden Spruch von sich los.
"Also, ich habe nichts Rechtswidriges getan - das ist das Schlimmste hier an dieser ganzen Spesenangelegenheit. Und wissen Sie, worum es sich eigentlich handelt dabei? Um Neid. Ich besitze nämlich ein sehr, sehr großes Haus. Einige ziehen schon den Vergleich zu Balmoral" (Anm.: Balmoral ist das Ferienschloss der Königen).
*Staun*
Als schlecht erzogener, neidischer Prolet, der asozialerweise dem britischen Adel ihre berechtigte Ehrfurcht nicht zollt, kann ich nur sagen: M e i n e F r e s s e !
Was ist das jetzt für ein krankes, immer noch im Mittelalter steckendes Land, das sich die Leibeigenschaft wieder herbeiwünscht?
Selbst der zu Guttenberg würde sich zu so einer Aussage nie trauen. Ach, Deutschland! Langweiliges, mit austauschbarem Präsident und Managerklasse statt mit famoser Königin und Adel ausgestattetes Deutschland!
Also brauche ich hier nicht sehr viel zu berichten: Der Kern der Sache sind die Zweitwohnungen, für die die Abgeordneten im britischen Unterhaus dubiose Spesenrechnungen eingereicht haben. Das System Zweitwohnung wurde aufgestellt, damit diejenigen "honorable members of Parlament", denen es nicht zumutbar waren, dass sie nach London immer pendeln, in der Hauptstadt hausen konnten.
Nun haben einige für sich den geilen Trick entdeckt, die Wohnungen zu "flippen" - sprich: Die Zweitwohnung in London zur Hauptwohnung zu machen und die Häuser in ihren Wahlkreisen dann als Zweitwohnung zu bezeichnen. Was den Vorteil hat, dass man schön sein Eigenheim sanieren, neu dekorieren oder einfach feinschleifen lassen darf auf Kosten des Steuerzahlers.
Und hier wird es im Detail recht lustig. Die Briten sind bekanntermaßen ein Volk, dass gerne in Immobilien investiert und dem 'das Haus ein Schloss' ist. An Englishman's home is his castle, eben. Nanu, es gibt ja Abgeordneten bei den Conservatives, für die der Spruch noch treffender ist als für den Normalbürger. Bei Douglas Hogg in der Grafschaft Lincolnshire beispielsweise trifft es 100%-ig zu: Der hat nämlich eine Spesenrechnung eingereicht über gut £2.000 für das Schlämmen vom Burggraben auf seinem Landbesitz mit Herrenhaus.
Noch so ein adliger Heimwerker, der es nicht lassen kann, ist der verehrenswerte Sir Peter Viggers: Nach schon stolzen £32.000 in drei Jahren für Gartenarbeit hat er einen drauf gesetzt - und damit den Gipfel des Wahnsinns erreicht. Für £1.645 hat er sich nämlich ein Entenhäuschen für seinen Teich maßfertigen lassen, damit die geflügelten Freunde sich vor Füchsen in modischer Umgebung schützen können. Schick, das Teil. So eins würde ich mir wünschen. Aber einen Teich brauchte ich erstmal.
Tja, ich bin ja wohl nur "neidisch". Das würde der ehrwürdige Sir Antony Steen behaupten: Denn er ließ gestern im Radio folgenden Spruch von sich los.
"Also, ich habe nichts Rechtswidriges getan - das ist das Schlimmste hier an dieser ganzen Spesenangelegenheit. Und wissen Sie, worum es sich eigentlich handelt dabei? Um Neid. Ich besitze nämlich ein sehr, sehr großes Haus. Einige ziehen schon den Vergleich zu Balmoral" (Anm.: Balmoral ist das Ferienschloss der Königen).
*Staun*
Als schlecht erzogener, neidischer Prolet, der asozialerweise dem britischen Adel ihre berechtigte Ehrfurcht nicht zollt, kann ich nur sagen: M e i n e F r e s s e !
Was ist das jetzt für ein krankes, immer noch im Mittelalter steckendes Land, das sich die Leibeigenschaft wieder herbeiwünscht?
Selbst der zu Guttenberg würde sich zu so einer Aussage nie trauen. Ach, Deutschland! Langweiliges, mit austauschbarem Präsident und Managerklasse statt mit famoser Königin und Adel ausgestattetes Deutschland!
Subscribe to:
Posts (Atom)