"Lost in Deutschland" vorher

Dieses Blog begann auf Deutsch - im Archiv befinden sich eine ganze Reihe von Texten über das Engländersein in Deutschland - von 2008 bis 2011 sortiert. 2008-2009 wurden zudem Video-Berichterstattungen auf Deutsch zum Thema hier veröffentlicht.

Thursday, 3 April 2008

Wörter mit Migrationshintergrund - Ergänzung

Hier ein Kommentar von einem Geschäftsfreund von mir, ein erfolgreicher Unternehmer aus Hessen:


Ich habe vor ein paar Tagen zur Entspannung in einem deiner Blogs einen Artikel über den Begriff Ausländer und Ausländerpolitik in DE gelesen und danach ist mir folgendes aufgefallen:
Wenn Deutsche das Wort Ausländer benutzen oder negativ gegen Menschen aus anderen Ländern eingestellt sind, meinen sie tatsächlich zu 98% Türken, Afrikaner, Araber, Ostblock, etc, auch egal ob sie mittlerweile einen deutschen Pass haben.

Ich habe noch nie gehört, dass ein Engländer, Schweizer oder Italiener mit diesem Begriff bezeichnet wurde. Da sagt man Engländer, Schweizer oder Italiener. Insofern hast du Recht, der Begriff "Ausländer" steht in DE für den ungeliebten Fremden, der potenziell die ohnehin leeren Sozialkassen ausrauben will. Während die Menschen aus den alten EU-Nachbarstaaten scheinbar keine Ausländer sind.


"Ist das in England auch so?", fragte er zum Schluss.


Meine Antwort war folgende:


Bei uns in England ist das mit den Wörtern so: das Wort "immigrant" (Einwanderer), zum Beispiel, könnte man zwar theoretisch auch für die jetzt zahlreichen Einwanderer aus Frankreich und Deutschland einsetzen, tut es aber in Wirklichkeit nicht. Es bleibt ein Begriff, der Migranten aus der dritten Welt vorbehalten ist.

Die direkte Übersetzung von „Ausländer“ ist ja wie du weißt "foreigner". Das Wort steht aber bei uns nicht sehr hoch im Kurs. Viele empfinden den Begriff als herablassend. Er duftet irgendwie nach den 30er Jahren und der Blütezeit des Kolonialismus... Daher ist man auf Umredungen angewiesen so wie "people from abroad", "people from Europe", usw.

Was ich gar nicht schlecht finde. Zumal das Wort "Ausländer" auch für viele andere für mangelnde Integration steht, so wie in der Fortsetzung meines früheren FTD-Blog hier zu lesen ist.

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