"Lost in Deutschland" vorher

Dieses Blog begann auf Deutsch - im Archiv befinden sich eine ganze Reihe von Texten über das Engländersein in Deutschland - von 2008 bis 2011 sortiert. 2008-2009 wurden zudem Video-Berichterstattungen auf Deutsch zum Thema hier veröffentlicht.

Friday, 24 April 2009

Unrealistische Tiere

"Das Leben ist ja kein Ponyhof!" sagt der Deutsche, wenn sich eine Aufgabe oder ein Zeitraum schwierig gestaltet.

"It's a dog's life" sagt der Englischsprachige, wenn er nur noch malochen darf.

Für mich sind beide Analogien fälschlich gezogen. Denn das Leben auf ein Ponyhof - was dem Spruch nach etwas Idyllisches, Bukolisches an sich haben soll - stelle ich mir doch schwierig vor.

Als Pony geht es dir beschissen. Nichts mit weiter Freiheit und einem frischen Mooreswind, der durch seine Prachtmähne weht. Nein: Du wohnst auf 2,5 Quadratmeter und kommst nur raus, um von heulenden, verwöhntem Gör geritten zu werden.

Und als Mensch, der auf einem Ponyhof arbeitet (die andere mögliche Ableitung des Spruches) geht es dir noch beschissener. Buchstäblich. Denn deine Aufgabe besteht darin, Pferdeäpfel zu schaufeln. Und gelegentlich Kinderkotze: Zur Abwechslung, halt.

Das Leben als Hund. Das ist nun doch eine geile Sache! Wenn du mal mußt, lässt dich dein Halter raus und du machst es im Freien. Die Bude stinkt nachher gar nicht danach. Und Kinder dürfen dich nicht missbrauchen, indem sie sich auf dich setzen und "Schneller! Schneller!" schreien.

Nein, Kinder sind sogar total lieb zu dir. Die schmuggeln dir leckere Häppchen vom Esstisch runter, zum Beispiel. Oder streicheln dich und machen killekille an deinen Ohren.

Und zu fressen kriegst du regelmäßig, ohne dass du überhaupt arbeiten musst.

Also würde ich viel lieber ein dog's life haben, als auf einem Ponyhof leben.

1 comment:

sheriff said...

Wirklich sehr informativen Artikel!