"Lost in Deutschland" vorher

Dieses Blog begann auf Deutsch - im Archiv befinden sich eine ganze Reihe von Texten über das Engländersein in Deutschland - von 2008 bis 2011 sortiert. 2008-2009 wurden zudem Video-Berichterstattungen auf Deutsch zum Thema hier veröffentlicht.

Thursday, 23 April 2009

Zur Ehre des Tages

Heute ist, habe ich über Bekannten erfahren, der Tag des deutschen Bieres.

Es ist also die perfekte Gelegenheit, sich an einen sehr schönen Lost-in-Deutschland-Video-Beitrag zum Thema Bier zu erinnern.

Den Beitrag haben wir im letzten August gefilmt. Ich war frisch aus einem kurzen England-Urlaub zurück in Düsseldorf und eins hatte mir in der vorigen Woche auf der Insel sehr gefeht: Gutes Bier.

Da war ich also sehr froh, als ich auf den von mir vor dem Urlaub erstellten Produktionsplan schaute: Dreh bei der D.A.B. Dortmund.

Das war wettermäßig ein komischer Tag. Warm genug, dass wir geschwitzt haben, dabei gab es aber auch Regen, Wind und - glaubte ich einmal zu sehen - Hagel. Am Morgen auf dem Wochenmarkt schien die Sonne noch; gen Mittag wechselte Petrus die Seite und blaste auf uns runter, wie man in der Ampel-Folge um die 3:30-Marke trotz gutem Schnitt eindeutig hört; und zur abendlichen Bier-Folge ließ er es wirklich krachen.

Der Plan war nämlich der gewesen, fast die ganzen Moderationen vor der Brauerei zu machen. Dann hatten wir vor, die Bilderstrecke drinne zu drehen und die Abmoderation mit einer Bier in der Hand. Und danach sich in aller Ruhe noch ein Bier oder fünf genehmigen.

Doch regnete es vor dem Drehtermin in der Brauerei in Strömen, so dass ich da draußen gar nicht moderieren konnte. Nichts anderes blieb uns übrig, als die Dinger anders zu machen und die Moderationen erst nach den Bilderstrecken zu drehen. Soll machbar sein.

In der Brauerei herrschte erstmal herrliches, ja sogar tropisches Wetter. Damit die Hefe im Bier noch wirkt, wird die ganze Anlage nämlich auf locker 25 Grad geheizt. Ins Schwitzen gerieten wir sehr schnell, vor allem dann, als wir zum Kessel die Treppe rauf mussten. Erst vor dem Kessel im 3. - gefühlt 30. - Stockwerk fiel es meinem Kameramann ein, die Akku müsste gewechselt werden. Er könne aber nicht von der Kamera weg, weil die Bilder gerade so schön seien.

10 Minuten später und einige Kilos leichter trete ich, verschwitzt, vor dem Kessel auf (2:19). Zum Glück merkt man's mir nicht an.

Was man mir aber doch anmerken wird: Nach diesem horrenden Flüssigkeitsverlust hatten wir natürlich Durst. Wir waren ja natürlich auch in einer Brauerei. Es wurde uns seitens der Verwaltung Bier angeboten. Wie will man da bitte nein sagen? Zumal wir das leckere Gebräu frisch gezapft im ehemaligen Unionshaus der D.A.B. nippen durften: Das Gebäude wurde 1912 fertiggestellt und ist das älteste noch erhaltene Gebäude ihrer Art.

So ein Saal - mit Kupferkesseln und Mosaiken an der Wand - bot sich natürlich für die geplante Abmoderation mit einem Bier in der Hand an (ab 2:54). Vor der Moderation allerdings mussten wir schonmal einen mit den D.A.B. Empfangsteam saufen.

Dann geht noch einer um 3:15 vor der Kamera runter.

Dann konnten wir natürlich nicht wech, ohne ein drittes Stößchen getrunken zu haben. Wäre sonst unhöflich gewesen. Und meinen journalistischen Ansprüchen, die Objekte meiner Berichterstattung gründlichst zu untersuchen, nicht gerecht.

So befanden wir uns kurz vor 18:00 draußen vor der Brauerei, leicht genebelt, und noch mit der An- und Zwischenmoderation bevor uns.

Und so kommt es zum leichten Versprecher um 0:37, wo ich nicht "Weg" als Substantiv sondern "weg" als verbales Präfix (sprich: "wech") über die Lippen bringe.

Gehört sich aber doch wohl so, wo die Folge ums Thema Alkohol geht.

2 comments:

blackbellow said...

Hi Brian, seit einer Woche bin ich ein glühender Fan deines Blogs und der Podcasts - so freue ich mich, jetzt zum ersten Mal vom Tag des dt. Bieres zu hören.. ein guter Grund für ein Gläschen zum Feierabend (man muss die Feste feiern wie sie blablabla) Übrigens ist heute auch Welttag des Buches und Copyrights der UNESCO. Mal sehen, ob sich nicht ein Buch über Bier finden lässt irgendwo. IN diesem Sinne: Prösterken!

Brian said...

Hey! Freut mich, dass du das Projekt gut findest. Als Bier-Lektüre kann ich dir den herrlichen amerikanischen Schreiber Michael Jackson ans Herz legen - sein Lexikon der Biere wurde sogar ins Deutsche übersetzt!