"Lost in Deutschland" vorher

Dieses Blog begann auf Deutsch - im Archiv befinden sich eine ganze Reihe von Texten über das Engländersein in Deutschland - von 2008 bis 2011 sortiert. 2008-2009 wurden zudem Video-Berichterstattungen auf Deutsch zum Thema hier veröffentlicht.

Thursday, 19 November 2009

Wann ist ein Mann...?

Vorneweg: Ja, als Engländer darf ich mir so ein einleuchtenden Einstieg zum Thema erlauben. Denn bei mir ist es noch nicht abgegriffen.

Zum eigentlichen Thema: Naja, es handelt sich eigentlich um eine Frage.

Was hat es mit dem Wort "Männer" im Deutschen auf sich?


Und ist das schleichende Gefühl, die silben des Wortes "Männer" seien irgendwie konnotiert, nur subjektiv bzw. meiner Nichtmuttersprachlichkeit verschuldet? Oder empfinden das auch Deutsche so?

Hierbei handelt es sich für micht keineswegs um das Wort "Mann". Nein, "Mann" ist, wie "Frau" ein sachliches Wort für eine Person männlichen Geschlechts: Konnotationen fügt man dann mit "Typ", "Herr", "Junge" usw bei.

Nein, es handelt sich ausschließlich um die Mehrzahl "Männer", bei der ich einen leichten ironischen Dreh herauszuhören glaube. Nur kann ich nicht sagen, in welcher Richtung. Ich meine, bei "Ja, dann kamense die ganzen Typen..." ist es klar: Da kennt der Sprecher diese Menschen nicht, und dem ist es auch Wurst. Oder bei: "Und was hätten die Herren dann gerne?" will die Bedienung fragen, was die nicht-weibliche Gästen gerne bestellen würden - Konnotation: Höflichkeit, Deferenz. "Jungs, was wollt ihr bestellen?" würde die Situation umdrehen Richtung: Kumpels, Geselligkeit.

Aber in der Situation kann man das einfache Wort "Männer" irgendwie nicht benutzen - meinem (noch jungen) Sprachgefühl nach. "Da kamense, die Männer..." oder "Und die Männer? Was hätten sie denn gerne?" Das klingt komisch.

"Männer" hört sich irgendwie lustig an. Vielleicht denkt man als Deutsche nicht darüber nach, also hier paar Beispiele, die sie mal laut sagen sollen, um ein Gespür dafür zu entwicklen, was ich so meine:

- Männermode

- Männerportion

- Männer-WG

Also, Männermode ist keine normale "Men's fashion", keine einfache Herrenmode; da stellt man sich irgendwie Lederjacke für Malboro-Raucher mit Stoppelbart und aufgeschlitze Jeanshosen für Bauarbeiter vor.


Und eine Männerportion, das ist irgendwie nicht nur eine größere, auf die biologischen Kalorien-Bedürfnisse von Männer zugeschnittene Portion.


Und eine Männer-WG. Naja. Das ist definitiv in der meisten Sprecher Vorstellungen mehr, als eine WG, wo nun mal Männer die Besatzung darstellen.

1 comment:

Roland said...

In Wien ist man als 3. Mann ein richtiger Mann