"Lost in Deutschland" vorher

Dieses Blog begann auf Deutsch - im Archiv befinden sich eine ganze Reihe von Texten über das Engländersein in Deutschland - von 2008 bis 2011 sortiert. 2008-2009 wurden zudem Video-Berichterstattungen auf Deutsch zum Thema hier veröffentlicht.

Friday, 15 January 2010

Gescheit: Jetzt weiß ich bescheid

Heute in der Mittagspause las ich in der ZEIT eine Buch-Rezension über die Schwarzgeldkonten-Affären und die CSU (leider noch nicht online). Ein Finanzbeamter erzählte aus seiner Sicht wie das damals war, "als die CSU noch korrupt und erfolgreich" jede Wahl problemlos gewann.

Der Text schließ mit der Frage ab, ob es weitere "g'scheite Affären" geben könnte. Beim Wort "g'scheit" hielt ich mich auf. Ich wusste um die zwei primären Bedeutungen:

- gescheit, veraltet: gescheid (1) von großer Intelligenz, einen scharfen Vertand habend (2) umgs.: vernünftig

"Gescheit". Als Engländer, der sein Deutsch im Norden und im Westen gelernt hat, habe ich mit dem Wort wenig zu tun. Im Hochdeutschen sagt man ja "vernünftig". Ein Pils ist ein "vernünftiges" Bier, um Grünkohl "vernünftig" essen zu können braucht man sieben Tonnen Schweinefleisch, usw.

Aber unten in Bayern ist ein Weizen ein "g'scheites" Bier. Und "gescheit" hat auch andere Anwendungen, wie ich schon am Bundestagswahlwochenende 2009 in München lernte: "g'scheit wählen" heißt nämlich CSU wählen.

Und so wie ich es jetzt von dem ZEIT-Artikel nachvollziehe, heißt "g'scheit" putzigerweise eben "krumm", wenn man das im Doppelkontext CSU und Spendegeld benutzt. Da guckte ich nochmal nach im Wörterbuch:

- gescheit (3) veraltet: hinterhältig, schlau, listig

Und dann schrieb ich nochmal zusammenfassend meine eigene Anmerkung dazu:

- gescheit (4) politisch: mit der CSU zu tun habend

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