"Lost in Deutschland" vorher

Dieses Blog begann auf Deutsch - im Archiv befinden sich eine ganze Reihe von Texten über das Engländersein in Deutschland - von 2008 bis 2011 sortiert. 2008-2009 wurden zudem Video-Berichterstattungen auf Deutsch zum Thema hier veröffentlicht.

Monday, 15 March 2010

Faszination Messe

Letzte Woche war ich auf der ITB in Berlin unterwegs, der weltweit größten Tourismus-Messe. Die war erwartungsgemäß Reizüberflutung pur - Geräusche, Gerüche und Ansichten von fast jedem Land auf der Erde, die sich alle binnen wenigen Stunden auf einen aufzwingen; Hinz und Kunz da unterwegs, jede erdenkliche Sprache durch die Hallen schallend... Hammer.

Die Messe: die verstehen die Deutschen so richtig zu inszenieren, und das merken die anderen. In Hannover gibt es CeBIT, die weltweit bedeutendste Informatik-Messe, in Frankfurt findet die weltgrößte Buchmesse immer statt: Sonst sind die größten Sachen üblicherweise in den USA oder zunehmend China zu finden. Aber mit Messen kennen sich die Deutschen aus.

Sie haben ja den Begriff erfunden: "Messe". Da brauchen die Engländer viele Wörter - "trade fair" für die Veranstalung und "exhibition centre" für den Veranstaltungsort - und die reichen irgendwie nicht an die Bedeutung von "Messe" heran. Die Messe ist ein wichtiger Bestandteil fast jeder deutschen Großstadt, immer im ÖPNV-Netz fest verankert und architektonisch immer, äh, imposant. Und nicht nur hat jede Stadt eine, jede Stadt hat zudem ihre Themengebiete: Von Hunden in Dortmund zu Spielzeug in Nürnberg über so einigen Sachen von mehr oder minder Bedeutung.

Im U.K. dahingegen gibt es in Birmingham das NEC und in London Earls Court, und das war's irgendwie. Medienwirksam und vom großen Publikum beliebt sind auf jeden Fall die Ideal Home Show (Häuser und Einrichtung stellen so was wie einen britischen Fetisch dar) und die Boat Show, aber da war es dann irgendwie auch.

Nein, die Messe ist eine deutsche Sache schlechthin. Führt sie doch auch viele Eigenschaften von Deutschland heute zusammen: ein nicht zu übertreffendes Organisationsvermögen, der selbstverständliche Großeinsatz von öffentlichen Verkehrsmitteln und eine ungezwungene und freundliche Internationalität.



Für die Bilder danke ich Flickr-User schrottie (oben) und der ITB (unten)

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