"Lost in Deutschland" vorher

Dieses Blog begann auf Deutsch - im Archiv befinden sich eine ganze Reihe von Texten über das Engländersein in Deutschland - von 2008 bis 2011 sortiert. 2008-2009 wurden zudem Video-Berichterstattungen auf Deutsch zum Thema hier veröffentlicht.

Thursday, 15 July 2010

Harkortstraße 2.0

Vor gut achtzehn Monaten, nur zwei Tagen nach Neujahr, als der Schnee über Deutschland lag und man eigentlich überhaupt nicht draußen verweilen wollte, war ich zu Fuß in einer den meisten Bundesbürger gleichgültigen Gegend unterwegs: In Dortmund-Hombruch, einem 0815 vorortsmäßigen Stadtteil, wo nichts Kirmes/Straßenfest/Weihnachtsmarkt war, wo kein Glühwein angeboten wurde, und wo ich selber nicht einmal mehr wohnte (was ich allerdings einem Jahr davor sechs Wochen getan hatte).

Warum? Warum nur? Selbst aus Liebe zu einem zwar völlig durchschnittlichen aber sehr nettem Stadtteil würde man an diesem eiskalten Tag nicht Stunden draußen stehen.

Es sei denn, man wollte dem Namen "Harkort" auf den Grund gehen. Denn in Hombruch und in der Gegend südlich von Dortmund, merkte ich, dass der Name "Harkort" ziemlich oft vorkommt. Einen Harkortsee gibt es dort, und in Hombruch eine Harkortschule, den Harkortbogen und die Harkortstraße. Wer war Harkort? fragte ich mich - die Antwort ist hier zu sehen.


Nun an einem der heißesten Tagen des Jahres fuhr ich in Hamburg-Altona einen ungewöhnlichen Weg zum Elbestrand - dem Verkehr an der Max-Brauer-Alle (Name auch schon recherchiert!) wollte ich aus dem Weg gehen und bog also in die Haubachstraße ein. War so ungefähr pimadaum die richtige Richtung.

Rausgespuckt hat sie mich an der Kreuzung der Julius-Leber und - richtig - der Harkortstraße.

Die mußte ich trotz Hitze und der Lust, sofort ans Wasser zu kommen, an der Stelle mal längsfahren. Gemäß ihrem Namensgeber war sie industriell mit Gründerzeit-Zwecksbauten aus rotem Klinker. Relativ unspannend, es sei denn, man kennt Harkort und weiß, wie wichtig er war.

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