"Lost in Deutschland" vorher

Dieses Blog begann auf Deutsch - im Archiv befinden sich eine ganze Reihe von Texten über das Engländersein in Deutschland - von 2008 bis 2011 sortiert. 2008-2009 wurden zudem Video-Berichterstattungen auf Deutsch zum Thema hier veröffentlicht.

Wednesday, 26 January 2011

"Lost in Deutschland"-Lesung Nr. 2

Liebe LiD-Fans,

gestern fand die erste "Lost in Deutschland"-Buchlesung im Hamburger Mathilde Café statt: und sie war ein eindeutiger Erfolg. Vielen Dank an alle, die gekommen sind - und an alle, die sichtbar geschmunzelt und laut gelacht haben - denn ihr habt mir Mut gemacht und schon nach einer Minute hat sich mein wild klopfendes Herz wieder eingekriegt und meine Lesestimmte sich eingependelt. Es hat dann nur noch Spaß gemacht, meine Lieblingstexte vom eigenen Buch euch vorzulesen.

Soviel Spaß, dass ich Lust habe, das unmittelbar zu wiederholen: und dies werde ich in einer Woche in Düsseldorf tun. Am Donnerstag dem 3. Februar kommt die LiD-Lesereihe in die schönste Stadt am Rhein, und zwar dort in die Buchhandlung BiBaBuZe in der Aachener Straße 1. Weil ich mich übrigens immer zu steigern versuche, ist der Eintritt zu dieser Lesung sogar frei!

Ich freue mich also darauf, viele von euch zu sehen!

Viele Grüße von der LiD-Redaktion

Thursday, 13 January 2011

Länger arbeiten? Yes please!

Es ist schon erstaunlich, wie groß der Unterschied im öffentlichen Diskurs manchmall ausfällt zwischen Großbritannien und Deutschland.

In Deutschland lädt mich meine Gewerkschaft ver.di dazu ein, an Demonstrationen gegen eine Erhöhung des Rentenalters teilzunehmen. Links ausgerichtete Medien bieten Menschen eine Sprachrohr, die en Machern der Reform eine 'Reite das Pferd bis es zusammenbricht'-Mentalität bescheinigen. Und die allgemeine Stimmung ist auf jeden Fall gegen die Rente mit 67, einen Begriff, der bei der Mehrheit negativ konnotiert sein dürfte. Diese Reform muss eben gegen den Volkswillen durchgeboxt werden.

In Großbritannien freut sich aber die Mehrheit, dass sie nun nicht mehr dazu gezwungen werden kann, mit 65 in die Rente zu gehen. Der Tenor der Berichterstattung in den Medien ist ganz anders, das Volk ist der neuen Reform eher geneigt. Und das, trotz eine gleichzeitrigen Erhöhung des Alters, ab dem die staatliche Rente in Anspruch genommen werden kann, von 65 auf 66 Jahre.

Warum?

Die eine Antwort gibt es zwar nicht (und ich würde die so oder so nicht aus dem Stegreif wissen), aber folgendes dürfte da mit reinspielen:

- Altersarmut: Das Deutsche Rentensystem ist umfassender und großzügiger als das Britische, also ist es ja nicht so schlimm, wenn man früher aus dem Berufsleben aussteigen muss/will.

- Schulden: Brite sind privat oft sehr hoch verschuldet (meistens wegen einem Hypothek) und müssen eben länger arbeiten. Das Haus ist übrigens das private Altersvorsorge, also haben weniger Brite Lebensversicherungen oder anderes Erspartes.

- Gesinnung: In Großbritannien ist es ganz schlimm, ein skiver, also ein Schwänzer zu sein. 'Presenteeism' nennt sich die Volkskrankheit, immer als letzte aus dem Büro rausgehen zu wollen, um sich dann später darüber aufregen zu können, wie wenig die anderen tun. Man definiert sich noch stärker als in Deutschland über seine Arbeit.

Tuesday, 11 January 2011

"Lost in Deutschland"-Lesung

Liebe Blog-Leser und Blog-Leserinnen,

ich habe die Veröffentlichung vom "Lost in Deutschland" in Buchform als Anlass genommen, noch mehr neue Medien auszuprobieren. Also nach dem Blog, den Artikeln, dem Video-Blog und dem Buch wird die Lesung ins Programm aufgenommen.

Am 25. Januar geht es los mit der ersten Veranstaltung: Hier in Hamburg wird es sein, in der Mathilde Literatur & Café um 20:15. Der Eintritt kostet 4,00 EUR, 3,00 EUR für diejenigen, die sich dort öfter aufhalten und im Förderverein sind.

Natürlich werde ich versuchen, das Lokal möglichst mit meinem Entourage vollzustopfen, damit keiner was unpassendes fragt, was zwischenruft, komische Grinsen zieht oder so was. Aber im Sinne des englischen Fairplay sage ich euch eben Bescheid, falls ihr mich aus der Comfort-Zone heraus bringen wollt...

Viele Grüße von der LiD-Redaktion